Schon spannend: auf einem alten Foto - irgendwann Ende der Zwanziger des letzten Jahrhunderts aufgenommen - heiratet ein Bruder meines Vaters meine Tante Maja. Mein Bruder sagt, dass Tante Maja eine Tochter aus reichem Haus war, nämlich von den Schindlings. Mein Onkel Karl starb früh und Tante Maja hat nie wieder geheiratet, es gab auch keine Kinder. Aus dem Betrieb Adolf Schindlings ging die VDO hervor.
Jetzt schaut mal da drauf:
” Die Firma VDO (Vereinigte DEUTA - OTA) entstand 1929 durch den Zusammenschluss der OTA Apparate GmbH (Offenbacher Tachometer Werke) mit der DEUTA (Deutsche Tachometer-Werke GmbH). Später wurde daraus die VDO Adolf Schindling Tachometerwerke GmbH, die wiederum zur VDO Adolf Schindling AG wurde. 1978 wurden die Firmen IWC und Jaeger-LeCoultre (mechanische Armbanduhren) zugekauft. Die Alleinerbin von Adolf Schindling, Liselott Linsenhoff, verkaufte den gesamten Besitz 1991 an Mannesmann.” (Quelle Wikipedia)
Theoretisch könnte ich also über fünf Ecken mit Ann-Kathrin Linsenhoff verwandt sein. Bin ich natürlich nicht, es gibt ja keine Blutlinie. Aber spannend ist das schon. Und ich frage mich, warum Tante Mielchen letzten Endes relativ arm starb. Aber vermutlich waren Töchter, wenn man sie endlich unter die Haube gebracht hatte, nicht mehr interessant für den Rest der Familie.

Da haben wir sie meine Ahnen, aber ich kenne nur ganz wenige von ihnen. Ihr könnt das Bild auch noch für ganz groß anklicken. Links befindet sich mehr oder weniger die Familie Höhl, also meine Linie, rechts die Schindlings (oder so ähnlich). Das Brautpaar in der Mitte sind also Tante Maja und Karl Höhl, ein älterer Bruder meines Vater. Mein Vater Robert Höhl ist übrigens der ganz oben in der Mitte vor dem Schild. Links neben Tante Maja sitzen Oma und Opa Höhl. Die Männer Höhl kann man immer ganz gut erkennen. Also ein paar mehr könnte ich schon noch benennen, aber damit will ich niemanden langweilen. Rechts ist für mich allerdings Niemandsland. Da kann ich niemanden benennen. Das junge Mädchen rechts vorne sieht der späteren Lieselott Schindling-Linsenhoff sehr ähnlich, kann es aber vom Alter her nicht sein. Vielleicht eine ältere Schwester.
Hier zunächst mal ein Auszug aus Wikipedia zum Thema:
Das Interesse an der Genealogie erwacht meist an der eigenen Familie. Man beginnt mit Fragen an Eltern, Großeltern und Verwandte nach familiären Zusammenhängen und der Herkunft der Vorfahren. Familienbücher, Familienfotos und ein möglicherweise noch vorhandener Ahnenpass liefern weitere Informationen. Diese Fotos, urkundliche Belege und Dokumente sowie die Biografien bzw. Lebensbilder der Großeltern, Urgroßeltern und weiterer Verwandter sind der Grundstock für eine Familienchronik.
Die weitere Forschung erfordert allerdings die Beschäftigung mit den Quellen. Hierzu benötigt man Fachwissen, das man nicht studieren kann und das sich jeder Genealoge im Laufe seiner Forschungstätigkeit aneignet.
Die Forschung an älteren Quellen wie den Kirchenbüchern oder Gerichtsbüchern erfordert die Fähigkeit des Lesens alter Schriften (siehe Paläografie) und in katholischen Gebieten zumeist Lateinkenntnisse. Veränderlichkeit der Familiennamen und ein ausgedehnter Heiratskreis der zu erforschenden Personen sind zu berücksichtigen. Die Forschung gelangt bisweilen an den sogenannten Toten Punkt, den es zu überwinden gilt. Mit der Verdopplung der Zahl der Vorfahren in jeder Generation weitet sich das Bild von der persönlichen Ahnenschaft aus zu Themen wie Heimatgeschichte, Sozialgeschichte, Wirtschaftsgeschichte und Bevölkerungsgeschichte ganzer Orte (siehe Ortsfamilienbuch) oder Regionen.

Die Links aus Wikipedia lass ich gleich mal zum Nachschlagen stehen. Weil ich mich nun mal ernsthaft mit meiner Familiengeschichte auseinander setzen will, werde ich kaum darum herum kommen auch Arbeit zu investieren. Und heißt vermutlich auch, dass ich meine Kenntnisse der altdeutschen Schrift wieder aufpolieren muss. Schaun wir mal, was dabei herauskommt.
Alle die wir schreiben und davon träumen, dass wir für ein Manuskript irgendwann einen “richtigen” Verlag finden, wissen wie schwierig ja fast aussichtslos das ist. Und wenn ich bis heute gedacht habe, dass Schriftstellerinnen wie Nikola Hahn, die immerhin so tolle Bücher wie “Die Farbe von Kristall” geschrieben hat, darüber hinaus ist, dann ist das wohl auch falsch. Über ihren Blog bin ich heute mal wieder in ihrer Schreibwerkstatt gelandet und habe dort herumgestöbert. Und es ist schon interessant aber auch traurig, wie Verlage mit den Schriftstellern umgehen. Buchtitel sind ein ganz heikles Thema. Ist es nicht eine Schande, wenn der Autor seinem Buch nicht einen Wunschtitel geben darf, sondern sich nach dem gerade angesagten Trend richten muss? Und wenn ich dann noch lese, dass Bücher im Allgemeinen eine so geringe Halbwertszeit haben, dass der Autor letzten Endes für die Werbung selbst sorgen muss, um zu einer Zweitauflage zu kommen, dann frage ich mich schon, warum nicht gleich als BoD und selbst die Werbetrommel rühren? Das Internet ist eine gute Plattform, aber nicht die Einzige. Ich glaube, wir Möchtegern-Bestsellerautoren müssen uns von dem Gedanken verabschieden, dass man als Schriftsteller nur schreiben muss.

Aus alten Fotokisten